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Meine Saison 2008 - ein Rückblick

Die Saison 2008 ist vorbei. Wie fast immer im Leben, habe ich positive wie auch negative Situationen erlebt. Zusammenfassend blicke ich aber positiv auf die Saison 2008 zurück.

Meine Saison wurde eingeläutet im März. Es ging nach Misano mit AktionBike. Im Vordergrund stand hier das Einfahren, Testen und Spaß haben. Hier habe ich auch einen netten Kumpel kennen gelernt. Die Fahrt und die Zeit in Misano war auch dank Felix sehr positiv. Misano selber war geprägt durch wenig Fahrzeit, wechselndes Wetter, aber guter Laune. Die neuen Erfahrungen haben mir gezeigt, dass ich die Sache Motorradrennsport noch ernster nehmen muss und dass ich fahrerisch noch viel zu lernen habe. Was aber wohl eine der wichtigsten Erkenntnisse war, ist die Tatsache, dass meine alte GSXR 600 K4 nicht mehr mithalten kann. Klar habe ich fahrerisch das Potenzial der Gixxe nicht 100% ausnutzen können, ich habe aber gespürt, dass es mir mit einer neueren bzw. besseren Maschine leichter fallen würde mich fahrerisch zu verbessern. So fing ich an, mich für andere Motorräder zu interessieren!

Misano 2008

Am 12. Mai stand dann ein großer Wunsch vor seiner Erfüllung, es ging zum legendären Pannonia Ring! Nach langem Hin und Her konnte ich die Reise zum Pann antreten. Leider war die Veranstaltung von Champions nur eine Tagesveranstaltung. Es blieb also nicht viel Zeit die Strecke zu lernen. Zwei Probleme waren aber bestimmt für den Raceday am Pann. Zum einen Durchfall und somit eine schlechte körperliche Verfassung und zum anderen der gereifte Entschluss, die Gixxe zu verkaufen und ein neues Bike in die Garage zu stellen. So ging ich langsam an die Sache heran. Zwei eher ruhige Turns und dann ein Rennen über 10 Runden. Mein Fazit, der Pann ist einfach genial. Man bekommt kaum Pausen, so ist die körperliche Belastung doch höher als auf anderen Strecken. Er ist auch sehr schwer zu lernen, denn auf der Strecke sieht alles recht gleich aus. Aufgrund der Situation braucht man über die Zeiten nicht sprechen. Wichtiger waren die Erfahrungen, dass Fitness sehr wichtig ist, und das ich die Gixxe nicht in den Kies geworfen habe.


Pannoniaring 2008

Zurück vom Pann standen dann große Veränderungen auf dem Plan. Eine schon vor dem Pann-Event angebotene R6 wurde angeschaut. Nach der Besichtigung und Verhandlungen stand fest, die R6 kommt ins Team slowlyracing und meine treue Gixxe wird verkauft. Teil eins wurde dann im Juni Realität.

Die Neue!

Im nächsten Schritt wurde ein eigener Transporter angeschafft. Nun sollte es keine Probleme mehr mit der Anreise und Organisation geben!!! Und schon für den kommenden Termin am NBR war mein Traffic eine tolle Sache. Ich konnte ohne Probleme die Anreise planen und am NBR brauchte ich auch nicht mehr in der Box schlafen, sondern hatte mein eigenes Hotelzimmer dabei!


Am NBR stand dann ein Tag Training mit dem MSC an. Die neue R6 musste ja getestet werde. Dieser erste Test war sehr positiv und weckte Vorfreude auf
ein Highlight der Saison 2008, dem 3. Reinoldussprint am Nürburgring.



Das 6 Stundenrennen am NBR war mein erstes offizielles Rennen. Hier ging nun alles etwas ernster zur Sache, was für mich aber eher angenehm war. Am Abend die technische Abnahme der Bikes und dann Vorbereitungen für den kommenden Tag. Wie es gelaufen ist, könnt ihr hier lesen. Nur so viel, es ist wirklich gut für Thomas und mich gelaufen!


NBR 6 Stundenrennen 2008


 


Pannoniaring die Zweite! Drei Tage zum fahren und arbeiten an vielen Dingen, vor allem an der Zeit! Es fing recht gut an, ich konnte mit der R6 und dem Selbstvertrauen vom NBR meine Zeit vom Mai um 10 Sekunden verbessern. Die Linie passte schon etwas besser und ich hatte mein Ziel, eine 2.15 zu fahren, schon am ersten Tag geschafft. Ich war zufrieden und voller Hoffnung auf noch bessere Zeiten. Dann kam der 16. August, mein Geburtstag! Der Morgen war noch ok, dann sollte ein 4 Stunden Rennen kommen. Ich ging als Startfahrer insRenne und konnte gute Zeiten fahren. Nach ca. 20 min. habe ich mal auf die Rundenzeiten geschaut und siehe da, neue Bestzeit. Dann habe ich etwas Gas raus genommen und wollte den ersten Turn ruhig zu ende fahren. Plötzlich, ohne Vorzeichen, rutschte die R6 über beide Räder in der Doppel-Links oben auf der Kuppe weg. Keine Chance zu reagieren, Geräusche von schleifenden Metall und Carbon, ich rutschte hinter dem Bike her und leider überschlug ich mich einmal. Dann schnell aus dem Kies und nach einem kurzen Blick auf die R6 ging es zurück an die Box! Hier war das Rennen für mich vorbei. Mein Fuß schmerzte so sehr, dass ein Weiterfahren nicht möglich war!


Der Fuß schmerzte aber ging, die R6 war auch schnell wieder fertig und ein Tag später ging es wieder auf die Strecke. Leider waren die negativen Eindrücke damit noch nicht erledigt. Ich tastete mich langsam wieder an meine Zeiten ran, und entschied dann, das anstehende Rennen mitzufahren. Der letzte Turn ging schon wieder richtig gut und in der Einführungsrunde fühlte ich mich bereit. Leider kam es dann doch alles anders, ende der ersten Runde spürte ich etwas neben mir und schon ging es los. Ich verlor die Kontrolle, bekam sie zurück und dann war die Strecke aus. Gras und bums! Wieder lag ich im Kies! Leider war dieser Abschuss von hinten für mein Bike schlimmer als der Sturz am Vortag! So konnte ich nur einpacken und nach Hause fahren!


Nun standen also drei Aspekte im Vordergrund, den Fuß, das Bike und den Kopf wieder fit zu bekommen. Auch diese Erfahrung musste ich wohl machen. Es gehört leider zum Motorradrennsport dazu, egal wo das persönliche Limit liegt, wenn man versucht schneller zu werde, kann man Stürzen. Selbst verschuldet oder unverschuldet! Ich arbeitete also an diesen drei Dingen, und konnte alles nach und nach in die Reihe bringen. So ging es dann zwei Wochen später nach Most, hier wollte ich die Stürze komplett aus dem Kopf fahren!


Das Kennenlernen von Most war sehr positiv. Die Strecke ist topp und auch der Kopf wurde langsam frei. Der Fuß machte dank ein paar Pillen auch keine großen Probleme! So konnte ich drei gute Tage in Most erleben, zwar keine spitzen Zeiten fahren, aber zwei Rennen bestreiten und Spaß haben. Zurück aus Most beschloss ich kurzerhand direkt wieder zurück zu reisen! Noch mal zwei Tage mit BiPro. Meine Bestzeit konnte ich noch mal drücken, auch wenn das Wetter schlechter war. Von drei möglichen Rennen sind zwei recht gut gelaufen. Das Dritte ist dann nach einer Einführungsrunde abgebrochen worden, Motorplatzer und eine komplett eingeölte Start/Ziel waren der Grund! Für mich war dann das Renntraining beendet und ich war wirklich zufrieden mit den Tagen in Most.

 


Most I
Most II

Leider habe ich dann etwas erleben müssen, was ich und viele andere nicht hätten erleben wollen. Beim GEC Rennen, das ich mir noch anschauen wollte, passierte ein schrecklicher Unfall. Ein Streckenposten kollidierte mit einem Motorrad auf der Start/Ziel. Ich möchte hier nicht alles, was ich sehen musste, niederschreiben. Nur mein Beileid an die Familien des Streckenpostens und des Fahrers!

In memorys of...
Eckhard "Ecki" Billermann


Nach diesen Erlebnissen brauchte ich Zeit um alles zu verdauen. Eigentlich war die Saison zu ende. Doch ich konnte so einfach nicht in den Winter gehen. Also habe ich kurz entschlossen ein Angebot angenommen und bin noch mal zum Pann. Drei Tage Spaß in Ungarn zum Abschluss der Saison 2008! Ja, es war nett, bis auf das Wetter!!! Leider viel zu kalt und zu nass. Aber Lustig war es trotzdem und meine Bestzeit konnte ich auch noch mal verbessern. Ich habe auch noch gute Erfahrungen zum Thema Reifen sammeln können. Ich hatte nur noch gebrauchte Gummis dabei. Und zu Beginn war es mit den Bridgestone auch kein Problem. Die Gummis waren topp und ich konnte schnell meine Zeiten fahren und sogar verbessern. Dann habe ich noch gute, aber gebrauchte Pirellis aufgezogen. Leider waren diese Teile einfach nicht auf dem Niveau der Bridgestones. Ich fuhr plötzlich 3-4 Sekunden langsamer, beim Bremsen schlingerte das Hinterrad und ich kam nicht mehr richtig in die Kurven, trotz der Antihoppel! Zum Schluss habe ich dann wieder die alten Bridgestone aufgezogen und war wieder sofort die 3-4 Sekunden schneller. Was habe ich daraus gelernt? Man sollte schon auf seine Reifen achten, Pirellis sind gebraut nichts mehr, Bridgestone gehen noch recht gut!


Fazit:


Trotz der Stürze und negativen Erlebnissen schaue ich recht positiv auf die Saison 2008 zurück. Ich konnte fahrerisch dazulernen und bei jedem Event meine Zeiten verbessern. Ich bin zwar noch ca. 10 Sekunden von der Spitze weg, aber ich habe auch durch die abgelaufene Saison, die Hoffnung, diese 10 Sekunden weiter abzubauen. Wie weit, wird erst die Saison 2009 zeigen. Ab jetzt wird jede Verbesserung und jeder Schritt nach vorn harte Arbeit! Auch in punkto Organisation und Verhalten an der Rennstrecke habe ich dazulernen können. Diese Erfahrungen waren wichtig, so kann ich mich noch besser auf das Fahren konzentrieren. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass ich einfach großen Spaß hatte. Sogar in den Momenten wo es nicht so gut lief! Es geht ja nicht nur um das Fahren, auch die Abende im Fahrerlager, das Grillen mit den Kumpels und das Schrauben am Bike. All diese Aspekte haben mir 2008 sehr viel Freude bereitet. Da ich keine wirklichen Ziele hatte, habe ich natürlich alles erreicht was ich wollte. Für 2009 wird es aber klare Ziele geben! Dazu später mehr!!!

Abschließend möchte ich ein Dankeschön an alle richten, mit denen ich 2008 zusammen auf oder neben den
Rennstrecken gefahren, gestanden oder gesessen bin. Es war mir eine Ehre!

Frei nach dem Motto:
“Racing is living, everything else is just waiting.”
werde ich nun warten, bis ich 2009 wieder auf Bike steigen kann!

 

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