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Bericht Rijeka 2007, da war noch ne Rechnung offen!

Da ich selber die Anreise nicht geplant habe, sind wir (meine Tante, mein Onkel und ich) gut und pünktlich in Rijeka eingetroffen.

Sentimentaler Einschub:
Dieser Ort ist etwas besonderes für mich, denn hier habe ich zum ersten mal das gelobte Land betreten. Das erste mal meine Gixxe auf den Kreisel gelassen. Das erste Mal die Magie des Aufzündens gespürt. Aber mich auch so sau blöd angestellt, dass ich seit 2005 das tiefe Bedürfnis hatte, zurückzukehren und es besser zu machen! Nun war die Zeit für die Abrechnung gekommen!

Die Anmeldung ging dann schnell und die Leute von Actionbike, allen voran Jochen (Cheffe von Actionbike), waren super nett. Schnell die Box eingeräumt und alles für den morgigen Tag vorbereitet. Mit in unsere Box kam dann noch Frank mit seiner R1. An der Stelle einen Gruß!!!

Zum Abschluss des Abends noch etwas geschnackt und dann voller Vorfreude ab in den Schlafbeutel. Ich war schon jetzt heiß wie Frittenfett!


Der Freitag begann wie ein schlechter Traum. Das Motto: und täglich grüßt das Murmeltier. Nein es regnete nicht, es schüttete aus allen Eimern die der Herr da oben stehen hatte. Der Regen war so stark, dass wir nicht fahren durften. Und wer Rijeka kennt, weiß das einzuschätzen!

Also, ich der so heiß war wie Frittenfett, musste warten! Dann die erste Ansage von Jochen, es könnte der in Rijeka gefürchtete Borawind kommen. Wir müssen bis 12 warten, dann wird entschieden ob gefahren werden kann oder nicht. Ich, der heiß war wie Frittenfett, musste weiter warten!

Gegen 11 habe ich aus dem Bauch raus entschieden die Regenreifen fertig zu machen. Und dann gegen 12 sprang die Ampel endlich auf grün. Jetzt konnte mich nichts mehr aufhalten und so war ich als erster auf der Strecke.

Ich legte langsam los und drehte Runde um Runde und suchte die richtige Linie. Rijeka und die Metzeler Racetec Rain funktionierten super im Regen. Ich konnte schnell die Zeit verbessern und war um Welten schneller als meine peinliche 2.45 schlag mich tot von 2005! Da keine Gruppen, keine Zeiten und kaum Leute auf der Strecke, konnte ich mit kurzen Pausen viele Runden drehen. Dann kam doch noch der angekündigte Bora und ich beschloss die Gixxe in der Box zu lassen. Am Abend dann ein besonderer Moment, die Tagesbestenliste wurde ausgehangen und ich war mit einer Zeit von 1.56. 26 dritt schnellster!!!! Klar waren die schnellen Jungs nicht gefahren oder noch nicht in Rijeka angekommen, aber es ist einfach super seinen Namen mal so weit oben zu sehen! Ein kleiner erster Achtungserfolg!
Mit guter Laune ging es dann zum Essen und abschließend in die Box auf einen netten Plausch! Bine, Bernd, Frank und ich haben dann noch über den Tag, den kommenden Tag und die Welt geredet. Mit der Hoffnung auf gutes Wetter ging es dann in den Schlafbeutel!


Der Samstag begann dann völlig untypisch für mich und Rijeka. Ich wurde nicht von Regentropfen an der Scheibe geweckt, sondern von Sonnenstrahlen in meinen Augen. Ich rannte zu den Fenstern und konnte die Berge sehen. Es war also war, es gibt wirklich Berge an der Strecke!!!
Also, Regenreifen runter von den Felgen und die Slicks drauf. Die Zeit wurde knapp, Fahrerbesprechung. Und plötzlich kam Hektik auf, der Strom war weg. Sch.....!

Problem 1, mit kalten Slicks auf die doch noch kalte Strecke! Tja, wie schnell muss man fahren um die Reifen auf Temperatur zu bringen und wie schnell kann man fahren um nicht Gixxenweitwurf zu veranstalten.
Aber Problem 2 war für mich schlimmer. Die Slicks waren auf den Felgen, aber noch keine Luft! Tja, ohne Strom keinen Kompressor und ohne Kompressor keine Reifen auf der Felge!
Dann aber der Lichtblick, mein Onkel hatte noch einen kleinen 12V Kompressor für den Transporter. Probieren macht klug, also versuchte ich mein Glück. Und siehe da, der kleine Kompressor schaffte es! Es dauerte zwar, aber dann konnte ich meine Felgen in die Gixxe stecken.

Der der so heiß war wie Frittenfett konnte also endlich raus! Ok, kalte Slicks, kalte Strecke! Schlechte Kombination. Aber was soll’s! Langsam gefahren und geschaut was passiert! Nach drei Runden fühlten sich die Reifen schon recht gut an und ich zog etwas mehr am Kabel. 100% Vertrauen hatte ich zwar nicht, aber es war ok. Runde für Runde feilte ich an meiner Zeit. Der Lappenzeiter bestätigte es dann auch, die Zeiten gingen runter. So stand dann eine 1.50.68 als schnellste Zeit. Dank dem Strom der nun wieder da war, ging auch die Zeitnahme wieder und so konnte das Qualifying beginnen. Heizdecken auf die Reifen und Sprit in den Tank. Dann etwas warten!

Qualifying:
Ich ging auf die Strecke und versuchte meinen Rhythmus zu finden. Schade auch, nach vier Kurven wurde rot geschwenkt und es ging wieder an die Box. Einmal durch die Boxengasse und ich fuhr wieder raus. Nach zwei Runden versuchte ich schneller zu werden, legte eine gute Runde hin und wollte nun noch mehr. Ende der Gegengraden war ich etwas zu spät auf der Bremse, kam da durch recht langsam in die Kurve und zog sehr früh am Kabel. Aber schwuchteliges in die Kurve Einfahren sollte man nicht mit zu frühem Gasaufziehen wieder gut machen wollen!!!

Der Moment den man nicht haben möchte:
Das Heck ging quer und ich fühlte wie die Gixxe unter mir weg rutschte. Durch die Erfahrung aus Cartagena drückte ich stark auf die äußere Rast und plötzlich schlug mir die Gixxe in den Unterleib. Ich konnte mich noch gerade an den Stummeln halten und eierte wie ein Rodeoreiter auf einem Stier davon. Ich sah mich und die Gixxe schon in der rijekanischen Pampa liegen.
Um ehrlich zu sein, ich weiß nicht wie ich es geschafft habe keinen riesen Brezen zu bauen, vielleicht war es der Druck auf die Raste, vielleicht auch etwas anderes. Aber sicher war es sehr viel Glück!

Zitternd und völlig neben mir fuhr ich sofort in die Box. Stellte die Gixxe ab und zog die Heizdecken drauf. Leider gab es kaum Zeit bis zum Rennen. Aber ein Plus war, dass ich sehr genau wusste, warum ich diesen fast Highsider hatte. So blieb die Aktion nicht lange im Kopf!

Dann das bis 650ccm Rennen:
Vorstart, Runde in die Startaufstellung, dann Einführungsrunde und wieder in die Startaufstellung! Die Ampel ging aus und ich kam nicht gut weg. Kann aber nicht sagen wieso, verpennt habe ich den Start nicht, aber nach vorne konnte ich auch nicht kommen. Da werde ich wohl noch üben müssen!
Aber im Gegensatz zum Start in Poznan habe ich nicht zurück gezogen sondern bin in das Gewühl der ersten Kurven rein. Das Renne lief dann ohne besondere Aktionen. Ich wurde überholt und konnte auch überholen. Aber ich fühlte mich sehr müde und musste die letzten zwei runden schon kämpfen. Beim Anbremsen auf Start/Ziel und der Gegengraden bin ich fast vom Bike gerutscht da meine Arme nicht mehr wollten. Ich war dann sehr froh das dieses Rennen zu ende war. Ich war nicht glücklich mit dem Rennverlauf, aber konnte im Gegensatz zu Poznan in der hinteren Reihe mitmischen und so neue Erfahrungen sammeln. Ein Fortschritt war auch, dass ich nicht letzter geworden bin. Platz 13 von 17. Leider konnte ich meine Zeit von 1.50.68 nicht bestätigen. Beste Rundenzeit im Rennen 1.51.93.
Da ich mich wirklich schlecht fühlte habe ich dann das Open Rennen, wofür ich mich auch qualifiziert hatte, ausgelassen. 12 Runden gegen die 1000er wollte ich mir nicht geben!

Der Abend klang bei einem netten Essen bei Boris und Benzingesprächen aus! Etwas Korea zum vergessen der schlechten Zeiten tat gut!

Dann ging es in den Schlafbeutel!

Das Wetter war trocken aber ohne Sonne. Im November fehlen dann leider ein paar Grad um sich so richtig wohl zu fühlen. Um 9 ging die Ampel auf grün um 10 sollte das New Generation Rennen starten. Also rein in die Kombi, Helm auf und ein paar Runden zum warm fahren drehen.

Nach drei Runden wieder in die Box, Heizdecken drauf und den Reifendruck hinten erhöht. Nach Gesprächen am Vortag habe ich den Druck reduziert, habe aber beim Einfahren keine Besserung gespürt. Also mal den Tipp rauf mit dem Druck, probieren!

Dann habe ich mich fertig gemacht und ab zum Vorstart. Dort sammelten sich nun alle, und auch meine Tante, mein Onkel und Frank standen mit mir am Start.

Das Rennen New Generation:

Startplatz 14 hatte ich bekommen, der Start nicht schlecht aber auch nicht gut! In der ersten Kurve konnte ich außen einen Aufzünderkollegen herbrennen und mich an einen kleinen Zug anhängen. Ich fühlte mich viel besser als beim 650er Rennen und zog am Kabel. Dann konnte ich direkt vor mir zwei Fahrer wild um die Plätze kämpfen sehen. Und nun wurde es interessant, einer der beiden war mein Onkel! Hat sich der alte erfahrene Hase doch am Start vorbei geschoben. Ich folgte den beiden und versuchte zweimal die Chance zu nutzen, beide in einem Streich herzubrennen. Leider haben mir die Kampfhähne immer die Tür zu geschmissen und ich musst mich anstellen. Der unbekannte Herr zog dann dank mehr Druck im Motor an meinem Onkel vorbei und auch ich konnte dank der Gixxe auf Start/Ziel meinem Onkel einschenken. Ein super Gefühl, auch wenn es natürlich durch die unterschiedlichen Bike's keine große Heldentat war, mit meiner Gixxe an dem Rasenmäher von meinem Onkel vorbei zu ziehen. Ich hatte aber schon Angst in der nächsten Kurve direkt wieder hergebrannt zu werden. Also Flucht nach vorn! Ich wollte ja auch den Herrn vor mir noch bekommen. Mit gleichem Abstand zogen wir eine Runde und schlossen dann auf weitere Fahrer auf. Vor der ersten langen links habe ich dann Frank, den Boxenkollegen mit seiner R1 aufgeschnupft! Schön innen reingebremst und dann Gas! Auf Start/Ziel habe ich wieder den Herren vor mir gesehen den ich noch herbrennen wollte, habe noch mal alles gegeben und konnte auch zu ihm aufschließen. Aber leider war dann das Rennen zu ende. Ich wurde 7. und konnte meine Zeit auf 1.49.22 verbessern! Leider ist der 7. Platz echt sch....., der 6. bekam einen Pokal und ich nichts!
Dennoch hat mir das Rennen sehr gut gefallen und ich konnte wieder eine Menge lernen. Z.B. konnte ich das Fahren im Zug weiter üben.

In der Auslaufrunde habe ich mich schon auf das Langstreckenrennen gefreut. Leider kam es dann anders!

Zurück an der Box fragte man mich, was denn da am Bike ausläuft. Bei genauer Ansicht wurde schnell klar das sich ein Druckstufenventil verabschiedet hatte und das Gabelöl austrat. Ich kann nur sagen, dass ich viel Glück hatte. Gabelöl auf Reifen kann einem den Tag versauen! Vielleicht war das immer wieder leichte Rutschen und das unsichere Gefühl, was ich auf das kalte Wetter schob, auch durch das Gabelöl bedingt. Keine Ahnung!
So konnte ich nur das Bike abstellen und das Rennwochenende in Ruhe ausklingen lassen. Fahren und Zeiten verbessern ging ja leider nicht mehr.

Der Rest ist dann schnell gesagt, Box räumen, alles in den Transporter, Duschen und ab nach Hause!

Das war Rijeka 2007 eine super Veranstaltung und Rechnung beglichen!

Rijeka 2008 ich komme!

 


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